Eine Erkrankung mit vielen Gesichtern

Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Schilddrüsenerkrankung in Deutschland und gleichzeitig die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion. Benannt ist sie nach dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto, der die Erkrankung 1912 erstmals beschrieb. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem das eigene Schilddrüsengewebe irrtümlich als fremd erkennt und angreift.

Wie entsteht Hashimoto?

Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sowohl genetische Faktoren als auch Umwelteinflüsse eine Rolle spielen. Bekannte Risikofaktoren sind:

Frauen erkranken etwa sieben- bis zehnmal häufiger als Männer.

Verlauf der Erkrankung

Der Krankheitsverlauf ist individuell sehr unterschiedlich. In manchen Fällen zerstört die Entzündung das Schilddrüsengewebe so weit, dass eine dauerhafte Unterfunktion entsteht. In anderen Fällen bleibt die Schilddrüsenfunktion über viele Jahre stabil.

Typisch für Hashimoto ist, dass Phasen, in denen die Entzündung akuter wird und absterbendes Gewebe Hormone freisetzt, vorübergehend zu Überfunktionssymptomen führen können. Dieses Phänomen wird manchmal als Hashitoxikose bezeichnet. Anschließend können Unterfunktionssymptome folgen.

Hinweis: Viele Betroffene beschreiben einen Wechsel zwischen verschiedenen Beschwerdebildern, was die Diagnose und die Behandlung erschweren kann.

Diagnosewege

Die Diagnose wird in der Regel durch drei Untersuchungen gesichert:

Leben mit Hashimoto

Viele Betroffene erfahren eine deutliche Linderung ihrer Beschwerden, wenn die Erkrankung konsequent ärztlich begleitet wird. Da Hashimoto häufig mit anderen Autoimmunerkrankungen wie Zöliakie oder Typ-1-Diabetes vergesellschaftet ist, empfehlen Fachleute eine regelmäßige Kontrolle auch auf diese Erkrankungen.

Für den Alltag berichten viele Patientinnen und Patienten, dass ausreichend Schlaf, Stressreduktion und eine ausgewogene Ernährung ihr Wohlbefinden positiv beeinflussen. Wissenschaftlich belegt sind diese Maßnahmen als eigenständige Behandlung jedoch nicht; die regelmäßige ärztliche Betreuung bleibt die Grundlage.