Ein lebenswichtiges Spurenelement

Jod gehört zu den essenziellen Spurenelementen, die der menschliche Körper nicht selbst herstellen kann. Es muss daher mit der Nahrung aufgenommen werden. Die Schilddrüse benötigt Jod, um ihre Hormone T3 und T4 zu produzieren. Ohne ausreichende Jodversorgung ist die Hormonproduktion eingeschränkt, was langfristig zu Erkrankungen führen kann.

Die Jodversorgung in Deutschland

Deutschland gilt als Jodmangelgebiet. Das Trinkwasser und die natürlichen Böden enthalten vergleichsweise wenig Jod, weshalb auch viele Lebensmittel aus Deutschland nur geringe Mengen davon enthalten. In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Lage durch den Einsatz von jodiertem Speisesalz in der Lebensmittelproduktion verbessert, doch Studien zeigen, dass die Versorgung nach wie vor nicht für alle Bevölkerungsgruppen ausreichend ist.

Empfohlene Jodzufuhr

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt folgende Referenzwerte für die tägliche Jodzufuhr an:

Diese Werte zeigen, dass der Bedarf besonders in der Schwangerschaft und Stillzeit deutlich erhöht ist, da Jod für die Gehirnentwicklung des Kindes unerlässlich ist.

Gute Jodquellen in der Ernährung

Jod ist vor allem in Meeresfrüchten und Seefisch enthalten, da die Meere deutlich jodreicher sind als Böden in Binnenregionen. Weitere Quellen sind Milch und Milchprodukte sowie jodiertes Speisesalz und damit hergestellte Produkte wie Brot oder Käse.

Menschen, die keine tierischen Produkte oder Seefisch essen, haben ein erhöhtes Risiko für eine unzureichende Jodversorgung. Hier kann eine ärztliche Beratung sinnvoll sein.

Kann zu viel Jod schädlich sein?

Ja, eine übermäßige Jodzufuhr kann ebenfalls Probleme verursachen. Bei Menschen, die bereits eine Schilddrüsenerkrankung haben, insbesondere eine Autonomie oder eine Hashimoto-Thyreoiditis, kann ein plötzlicher Jodberschuss zu einer ernsthaften Stoffwechselentgleisung führen. Besonders jodhaltische Kontrastmittel, die bei bestimmten Röntgenuntersuchungen eingesetzt werden, können eine solche Reaktion auslösen.

Der tolerable Höchstwert für gesunde Erwachsene liegt laut Expertenmeinung bei etwa 500 Mikrogramm täglich. Nahrungsergänzungsmittel mit hohem Jodgehalt sollten daher nicht unkontrolliert eingenommen werden, sondern stets in Absprache mit einem Arzt.