Verbreiteter als gedacht
Schilddrüsenknoten sind außerordentlich häufig. Studien zeigen, dass bei Ultraschalluntersuchungen bei bis zu 50 Prozent der Erwachsenen in Deutschland Knoten in der Schilddrüse gefunden werden. Die allermeisten davon sind gutartig und verursachen keinerlei Beschwerden. Dennoch sollten Knoten ärztlich abgeklärt werden, da in seltenen Fällen bösartige Veränderungen dahinterstecken können.
Wie entstehen Schilddrüsenknoten?
Die Entstehung von Knoten hat verschiedene Ursachen. Zu den häufigsten zählen:
- Jodmangel: Bei chronischem Jodmangel versucht die Schilddrüse, durch Wachstum mehr Jod aufzunehmen. Dies kann zu einer ungleichmäßigen Vergrößerung mit Knotenbildung führen.
- Autonome Adenome: Diese gutartigen Knoten produzieren selbstständig Hormone, unabhängig von der Steuerung durch die Hirnanhangsdrüse.
- Zysten: Mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume im Schilddrüsengewebe.
- Entzündliche Veränderungen: Zum Beispiel im Rahmen einer Hashimoto-Thyreoiditis.
Welche Untersuchungen werden durchgeführt?
Wenn ein Knoten durch Abtasten, Zufall oder gezielte Untersuchung entdeckt wird, sind folgende diagnostische Schritte üblich:
- Ultraschall: Die wichtigste Methode zur Beurteilung von Knoten. Der Arzt beurteilt Größe, Form, Begrenzung und Echogenität des Knotens.
- Blutuntersuchung: Überprüfung der Schilddrüsenhormone und des TSH-Wertes sowie gegebenenfalls von Tumormarkern wie Calcitonin.
- Szintigrafie: Unterscheidet zwischen heißen Knoten, die aktiv Hormone produzieren, und kalten Knoten, die inaktiv sind.
- Feinnadelpunktion: Bei bestimmten Knoten kann eine Gewebeprobe entnommen werden, um die Zellen mikroskopisch zu untersuchen.
Heiße und kalte Knoten
In der Nuklearmedizin unterscheidet man zwischen heißen und kalten Knoten. Heiße Knoten sind stoffwechselaktiv und produzieren Hormone; sie sind so gut wie immer gutartig, können aber eine Überfunktion verursachen. Kalte Knoten nehmen kein radioaktives Jod auf; sie sind zwar meist ebenfalls gutartig, aber in diesem Bereich ist das Risiko einer bösartigen Veränderung höher.
Der Begriff kalt und heiß bezieht sich ausschließlich auf die Aktivität in der Szintigrafie und nicht auf die tatsächliche Temperatur des Gewebes.
Regelmäßige Kontrolle ist entscheidend
Ob und wie ein Schilddrüsenknoten behandelt werden muss, hängt von mehreren Faktoren ab: Größe, Wachstumsgeschwindigkeit, Funktion und Beschaffenheit. Viele Knoten werden zunächst nur beobachtet und in regelmäßigen Abständen per Ultraschall kontrolliert. Wächst ein Knoten schnell oder zeigen sich im Ultraschall auffällige Merkmale, werden weitere Schritte eingeleitet. Frühzeitige Diagnose und Kontrolle sind der beste Schutz.
