Ein kleines Organ mit großer Wirkung

Die Schilddrüse ist eine schmetterlingsförmige Drüse, die sich unterhalb des Kehlkopfes an der Vorderseite des Halses befindet. Obwohl sie nur etwa 20 bis 30 Gramm wiegt, beeinflusst sie nahezu jeden Prozess im menschlichen Körper. Sie produziert Hormone, die für den Stoffwechsel, das Wachstum und viele weitere lebenswichtige Funktionen verantwortlich sind.

Die Hormone der Schilddrüse

Die Schilddrüse bildet vor allem zwei Hormone: Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Diese Hormone werden in den Blutkreislauf abgegeben und wirken auf nahezu jede Zelle im Körper. Ein dritter Botenstoff, das Calcitonin, wird ebenfalls von der Schilddrüse produziert und reguliert den Kalziumspiegel im Blut.

Die Steuerung der Hormonproduktion erfolgt über einen Regelkreis. Die Hypophyse im Gehirn schüttet das Schilddrüsen-stimulierende Hormon TSH aus, das die Schilddrüse zur Produktion anregt. Ist genug Hormon im Blut vorhanden, wird die TSH-Ausschüttung gedrosselt.

Welche Körperfunktionen beeinflusst die Schilddrüse?

Die Schilddrüsenhormone regulieren eine Vielzahl wichtiger Körperfunktionen:

Jod als unverzichtbarer Baustein

Für die Herstellung ihrer Hormone benötigt die Schilddrüse Jod. Dieser Mineralstoff wird über die Nahrung aufgenommen und von der Drüse gespeichert. In Deutschland ist die Jodversorgung der Bevölkerung nach wie vor nicht vollständig gesichert, weshalb jodiertes Speisesalz empfohlen wird.

Gut zu wissen: Ein anhaltender Jodmangel kann dazu führen, dass die Schilddrüse sich vergrößert und ein sogenannter Kropf entsteht.

Warum ist Wissen über die Schilddrüse wichtig?

Schilddrüsenerkrankungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Schätzungen zufolge leidet jeder dritte Erwachsene an einer Fehlfunktion oder strukturellen Veränderung der Drüse. Viele Betroffene bemerken die Beschwerden zunächst nicht, weil die Symptome schleichend auftreten und oft anderen Ursachen zugeschrieben werden.

Ein grundlegendes Verständnis der Schilddrüsenfunktion hilft dabei, mögliche Warnsignale früher zu erkennen und rechtzeitig ärztliche Hilfe zu suchen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind dabei ein wichtiges Instrument.